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Analysen

Proteinoxidation

Carbonylproteins (denaturated proteins; CP)

Reference: 0 – 200 pmol/mg protein

Biochemische Information: 
Carbonylproteine entstehen durch die oxidative Einführung von Carbonylgruppen in die Aminosäure-Seitenketten von Proteinen. Dieser Prozess kann direkt durch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) induziert werden, wobei Metalle mit Übergangsvalenzen (wie ungebundene Eisen- oder Kupferionen) als Katalysatoren über metallkatalysierte Oxidationsmechanismen (z. B. Fenton-Reaktion) eine zentrale Rolle einnehmen. Ein wesentlicher, indirekter Entstehungsweg von CP ist zudem die Reaktion von Proteinen mit reaktiven Abbauprodukten der Lipidperoxidation. Hierbei führen fortgeschrittene Oxidationsprozesse von Membranlipiden zur Freisetzung von Lipidperoxiden und hochreaktiven Aldehyden wie Malondialdehyd (MDA), 4-Hydroxynonenal (HNE) und weiteren 4-Hydroxyalkenalen (HAE). Diese Agenzien gehen kovalente Bindungen mit Proteinen ein (Adduktbildung) und tragen maßgeblich zur systemischen Akkumulation von Carbonylproteinen bei. In der Fachliteratur gilt CP als stabiler biochemischer Biomarker zur Untersuchung von strukturellen Modifikationen im zellulären Proteom.

Biochemische Information: 
Oxidiertes LDL entsteht durch die radikalische Modifikation von LDL-Partikeln. Diese veränderten Moleküle interagieren mit Rezeptoren auf Endothelzellen und Makrophagen, was in vitro und in vivo zur Aktivierung von zellulären Signalwegen führt, die mit entzündlichen Prozessen im Gefäßsystem assoziiert sind.
In der Fachliteratur wird oxLDL daher als zellulärer Marker für das Zusammenspiel von oxidativem Stress und vaskulären Reaktionen beschrieben.

Oxidized LDL (oxLDL)

Reference: 0 – 400 ng/mL

Protein nitration

Nitro-Tyrosine-Protein (NTP)

Reference: 0 – 549 ng/mL

Biochemische Information: 
3-Nitrotyrosin entsteht durch die Modifikation von Tyrosinresten in funktionellen Proteinen durch reaktive Stickstoffspezies, insbesondere durch das hochreaktive Peroxynitrit. Die Akkumulation von Nitrotyrosin-Proteinen (NTP) dient in der Biochemie als spezifischer Indikator für das Vorliegen von nitrosativem Stress auf zellulärer Ebene. Die Entstehung dieser Modifikationen steht in direktem biochemischem Zusammenhang mit der Balance zwischen prooxidativen Belastungen und der regulatorischen Kapazität des endogenen, antioxidativen Enzymsystems. Hierbei agieren Enzyme wie die Superoxiddismutase (SOD) und die Glutathionperoxidase (GPx)in der primären Radikalabwehr, während die Glutathion-S-Transferase (GST) eine Schlüsselrolle bei der nachgeschalteten Konjugation und Entgiftung oxidativer Folgeprodukte einnimmt. In der Fachliteratur wird NTP als Biomarker zur Untersuchung von Mechanismen herangezogen, welche die strukturelle Integrität von Makromolekülen sowie physiologische Regulationsprozesse beeinflussen können.

Lipid peroxidation (Oxidation of poly unsaturated fatty acids)

Malondialdehyde (MDA)

Reference: 0 – 0.9 µM

 

4-Hydroxynonenale (HNE)

Reference: 0 – 0.68 µM

 

Hydroxyalkenale (HAE)

Reference: 0 – 1.86 µM

Biochemische Information: 
Malondialdehyd (MDA) ist ein stabiles, niedermolekulares Endprodukt, das bei der radikalinduzierten Spaltung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (wie der Omega-6-Fettsäuren Arachidonsäure und Linolsäure sowie der Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) in biologischen Membranen freigesetzt wird. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften fungiert MDA in der Laboranalytik als primärer und quantitativer Leitmarker zur Erfassung des aktuellen Ausmaßes der Lipidperoxidation. Über die Bestimmung der MDA-Konzentration lässt sich die Intensität von oxidativen Modifikationen an zellulären Lipidstrukturen auf biochemischer Ebene evaluieren.

4-Hydroxynonenal (HNE) ist ein hochreaktives, elektrophiles Alkenal, das als Sekundärprodukt beim oxidativen Abbau von Omega-6-Fettsäuren (insbesondere der Arachidonsäure und Linolsäure) in biologischen Membranen entsteht. Im Gegensatz zu kurzlebigen freien Radikalen weist HNE eine relativ hohe chemische Stabilität auf, wodurch es im zellulären Milieu diffundieren kann. Aufgrund seiner Struktur besitzt HNE die Fähigkeit, kovalente Bindungen mit nukleophilen Gruppen von Proteinen (vor allem mit den Aminosäuren Cystein, Lysin und Histidin) sowie mit der DNA einzugehen (Adduktbildung). In der Fachliteratur gilt die HNE-Konzentration daher als sensitiver biochemischer Biomarker zur Untersuchung von fortgeschrittenen und dauerhaften Modifikationen zellulärer Makromoleküle unter oxidativem Einfluss.

4-Hydroxyalkenale (HAE) umfassen eine homologe Gruppe von zytotoxischen, reaktiven Alpha und Beta-ungesättigten Aldehyden, die als oxidative Abbauprodukte beim radikalinduzierten Abbau von Membranlipiden freigesetzt werden. Die quantitative Bestimmung der 4-Hydroxyalkenale dient in der Laboranalytik als etablierter Summenparameter. Sie ermöglicht eine umfassende Erfassung der Gesamtheit aller strukturell verwandten, lipidabgeleiteten Aldehyde im Probenmaterial, um das Ausmaß fortgeschrittener Lipidperoxidationsprozesse auf molekularer Ebene zu evaluieren.

 

Antioxidatively acting enzymes

Glutathionperoxidase-Activity (GPx)

Reference: 30 – 44 U/g Hb

Biochemische Information: 
Die Glutathionperoxidase (GPx) ist ein endogenes Enzymsystem, das eine zentrale Rolle bei der zellulären Entgiftung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) einnimmt. Es katalysiert die Reduktion von Wasserstoffperoxid (H₂O₂) und organischen Hydroperoxiden zu Wasser beziehungsweise den entsprechenden Alkoholen, wobei reduziertes Glutathion (GSH) als Elektronendonor genutzt wird. Für ihre katalytische Funktion ist die GPx-Struktur zwingend auf das Spurenelement Selen angewiesen, welches im aktiven Zentrum des Enzyms in Form der seltenen Aminosäure Selenocystein kovalent gebunden ist. Die Bestimmung der GPx-Aktivität dient in der Analytik als spezifischer Indikator zur Beurteilung des intrazellulären, enzymatischen Schutzsystems gegen oxidative Belastungen in direkter Abhängigkeit von der systemischen Selenverfügbarkeit.

Biochemische Information:
Die Glutathion-S-Transferase (GST) repräsentiert eine multifunktionelle Enzymfamilie der Phase-II-Entgiftung, die eine Schlüsselrolle bei der zellulären Inaktivierung elektrophiler Verbindungen und oxidativer Folgeprodukte einnimmt. Sie katalysiert die kovalente Konjugation von reduziertem Glutathion (GSH) an reaktive Substrate (wie oxidative Lipidabbauprodukte), um deren renale oder biliäre Exkretion zu ermöglichen. Die funktionelle Kapazität dieses Systems steht in enger biochemischer Abhängigkeit von der intrazellulären GSH-Verfügbarkeit, deren Biosynthese primär durch die Bereitstellung der schwefelhaltigen Aminosäure Cystein limitiert und strikt Magnesium-abhängig (Mg²⁺ als Cofaktor der Glutathion Synthetasen) gesteuert wird. Zudem kooperieren spezifische GST-Isoformen in der Radikal Metabolisierung eng mit selenabhängigen Schutzsystemen. Die Bestimmung der GST-Aktivität dient in der Analytik als biochemischer Indikator zur Beurteilung der zellulären Entgiftungskapazität gegenüber fortgeschrittenen oxidativen Modifikationen.

Glutathione S Transferase-activity (GST)

Reference: 2 – 12  U/g Hb

Superoxide Dismutase (SOD)

Reference: 160 – 240  U/mL

Biochemische Information: 
Die Superoxiddismutase (SOD) ist ein essenzielles, endogenes Enzymsystem, das eine Schlüsselrolle im antioxidativen Schutzmechanismus einnimmt. Es katalysiert die Dismutation von reaktiven Superoxid-Radikalen zu Wasserstoffperoxid und Sauerstoff. Für ihre katalytische Aktivität benötigt die Struktur der SOD-Isoenzyme spezifische Spurenelemente als metallische Cofaktoren: Während die zytosolische SOD1 und die extrazelluläre SOD3 als Kupfer-Zink-abhängige Enzyme (Cu/Zn-SOD)

vorliegen, ist die mitochondriale SOD2 strukturell an Mangan (Mn-SOD) gebunden. Die quantitative Bestimmung der SOD-Aktivität dient in der Laboranalytik als biochemischer Indikator zur Beurteilung der zellulären Kapazität zur Neutralisierung spezifischer reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit dieser metallischen Cofaktoren.

Antioxidatively acting molecules

Biochemische Information: 
Gesamtthiole repräsentieren die Summe aller funktionellen, reduzierten Sulfhydrylgruppen (SH-Gruppen) im Probenmaterial, welche sich aus proteingebundenen Thiolen (primär an Albumin) und niedermolekularen Thiolen wie reduziertem Glutathion (GSH) zusammensetzen. Sie bilden einen fundamentalen Bestandteil des endogenen, nicht-enzymatischen Schutzsystems zur direkten Neutralisierung freier Radikale. Die systemische Verfügbarkeit dieser Thiol-Verbindungen basiert auf dem Metabolismus schwefelhaltiger Aminosäuren, wobei die Bereitstellung der Aminosäure Cystein den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt darstellt. Dieser Syntheseweg steht in strikter biochemischer Abhängigkeit von spezifischen Cofaktoren: Während der enzymatische Transsulfurierungsweg zu Cystein auf Vitamin B6 (Pyridoxalphosphat) angewiesen ist, erfordert die nachgeschaltete De-novo-Synthese von GSH zwingend Magnesium. Die Bestimmung der Gesamtthiole dient in der Laboranalytik als quantitativer Indikator zur Beurteilung des aktuellen, regenerierbaren antioxidativen Pufferpotenzials auf Proteinebene.

Thiol-Status

Referenzwert: 430 – 660 µM aus Serum bzw. Plasma

Inflammation parameters

RANTES (CCL5, Regulated And Normal T cell Expressed and Secreted)

Reference: 0 – 300 pg/mL

Biochemische Information: 
RANTES (Regulated on Activation, Normal T Cell Expressed and Secreted), in der systematischen Nomenklatur als CCL5 bezeichnet, ist ein niedermolekulares Protein aus der Familie der CC-Chemokine. Es wird nach zellulärer Aktivierung von einer Vielzahl von Zelltypen sezerniert, darunter T-Lymphozyten, Thrombozyten, Makrophagen und Endothelzellen. Biochemisch fungiert RANTES als spezifischer chemoattraktiver Botenstoff, der die Migration und Rekrutierung von Immunzellen (insbesondere T-Zellen, Monozyten und eosinophilen Granulozyten) an die Orte immunologischer Aktivität steuert. In der Fachliteratur wird die Konzentration von RANTES als vaskulärer und zellulärer Marker zur Untersuchung von Signalwegen herangezogen, die das Zusammenspiel zwischen zellulärem Stress und immunologischen Reaktionen regulieren.

Biochemische Information: 
Lipidperoxide stellen die primären, instabilen Zwischenprodukte dar, die bei der radikalinduzierten Oxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren innerhalb biologischer Membranstrukturen entstehen. Die Kinetik dieser Peroxidierung wird maßgeblich durch die Gegenwart freier Metalle mit Übergangsvalenzen (wie katalytisch aktiven Eisenionen) im Rahmen autokatalytischer Kettenreaktionen beschleunigt. Im weiteren Verlauf zerfallen diese Peroxide in sekundäre, hochreaktive Aldehyde wie Malondialdehyd (MDA) und 4-Hydroxyalkenale (HAE / HNE).
In der Laboranalytik dient die Bestimmung der Lipidperoxide als sensitiver Indikator zur Erfassung der initialen Phase oxidativer Membranmodifikationen, bevor es zur irreversiblen Bildung stabiler Spaltprodukte oder zu kovalenten Protein-Addukten kommt.

Lipidperoxide (LPO)

Refernce: 0 – 200 µM

TNF-alpha

Referenz: < 20 pg/mL

Biochemische Information: 
Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) ist ein multifunktionelles Signalprotein (Zytokin) aus der TNF-Superfamilie, das primär von aktivierten Makrophagen, Monozyten und T-Zellen freigesetzt wird. Im Gegensatz zu Chemokinen wie RANTES (CCL5), die primär für die räumliche Rekrutierung und chemotaktische Migration von Immunzellen verantwortlich sind, fungiert TNF-alpha als übergeordneter löslicher Hauptregulator zur Initiierung und Steuerung intrazellulärer Signalkaskaden. Durch die Interaktion mit spezifischen Membranrezeptoren (TNFR1 und TNFR2) moduliert es direkt die Genexpression der Zielzellen. In der Fachliteratur wird die Bestimmung von TNF-alpha als sensitiver zellulärer Marker zur Untersuchung von Mechanismen herangezogen, welche die zelluläre Homöostase, die Immunregulation sowie das Zusammenspiel zwischen oxidativem Stress und Zytokin vermittelten Signalwegen steuern.

Vitamins

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Reference: 10 – 37,5 mg/L

Biochemische Information: 
Vitamin C (L-Ascorbinsäure) ist ein essenzieller, hydrophiler Cofaktor und fungiert im Organismus als eines der quantitativ wichtigsten nicht-enzymatischen Antioxidantien. Aufgrund seines niedrigen Redoxpotenzials ist Ascorbinsäure in der Lage, reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS) direkt durch Elektronenabgabe zu reduzieren und somit zu neutralisieren. Im Rahmen des antioxidativen Netzwerks schützt Vitamin C biologische Makromoleküle sowie fluide Kompartimente und verhindert in der Peripherie von Membranen die initiale Entstehung von Lipidperoxiden. Das dabei entstehende instabile Dehydroascorbat wird im intrazellulären Raum in einer strikt abhängigen Kaskade durch reduziertes Glutathion (Gesamtthiole) und NADPH-abhängige Enzymsysteme wieder in die aktive Ascorbinsäure-Form regeneriert. Die quantitative Bestimmung der Vitamin-C-Konzentration dient in der Laboranalytik als direkter Indikator zur Beurteilung des aktuellen, wasserlöslichen antioxidativen Status.

Biochemische Information: 
Vitamin D (Calcidiol) fungiert im Organismus als Vorstufe eines pleiotropen Steroidhormons, das über die Bindung an den intrazellulären Vitamin-D-Rezeptor (VDR) direkt die Transkription zahlreicher Zielgene moduliert. Neben seiner Funktion im Calciumstoffwechsel nimmt Vitamin D eine wesentliche regulatorische Rolle im zellulären Redox-Status und im Immunsystem ein. Auf molekularer Ebene unterstützt es die antioxidative Kapazität, indem es die Genexpression zentraler endogener Schutzsysteme wie der Superoxiddismutase (SOD) und der Glutathionperoxidase (GPx) stimuliert. Gleichzeitig interagiert es mit Signalwegen des Immunsystems und wirkt modulierend auf die zelluläre Synthese übergeordneter Entzündungsmediatoren, indem es die Expression von Zytokinen wie Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) reguliert. Die Bestimmung des 25-OH-Vitamin-D-Spiegels dient in der Analytik als Indikator zur Beurteilung dieser hormonellen und immunregulatorischen Steuerungsfunktion.

 

Vitamin D (25-OH-Vitamin-D)

Refernce: 30 – 100 ng/mL

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